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„Iiihhh – Pferdeäpfel!“

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. So heißt der vom Volksmund leicht abgewandelte Spruch von Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt. Acht Vorschulkinder des Karbener Kindergartens „Kita am Breul“ konnten sich am Mittwochvormittag selbst von dieser Aussage überzeugen.

Von Leonie Trebing

Nach der positiven Resonanz vom Tag der offenen Stalltür am 1. Mai (die WZ berichtete) startet der Reit- und Fahrverein Karben nun ein neues Projekt. Die Reitanlage im Herbert-Wamser-Weg zwischen Groß-Karben und Burg-Gräfenrode bietet den „Pferdetag für Kindergärten“ an. Schon zwei Wochen vorher wurden die Kinder im Kindergarten auf ihren Besuch vorbereitet. Die „Vorlese-Oma“ Christine Ludwieg, die einmal in der Woche zum Vorlesen kommt und auch als Schriftführerin des Reit- und Fahrvereins tätig ist, brachte zum Thema passende Bilderbücher mit und führte die Kinder so schon mal in die Theorie ein.

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Garten der Anlage geht es direkt mit einem kleinen Rundgang über den Hof los. Die zweite Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, Stefanie Buske, führt die Kinder zu den Boxen („Das ist das Haus vom Pferd“), erklärt unter anderem, dass die Pferde ihre Tränke selbstständig mit der Nase bedienen können. Sie stellt auch Fragen an die Kinder, etwa ob sie wissen, wie ein schwarzes Pferd genannt wird (Rappe). Schließlich macht Buske die Kinder mit den beiden Ponys bekannt, auf denen später geritten werden soll. Der Kleine Donner mit weißer Blesse auf der Stirn, den alle Kinder nur fröhlich „Döner“ nennen, und die brave Fuchsstute Maja, die schon seit zehn Jahren ein Schulpferd ist.

Die Stimmung ist von Beginn an heiter und ausgelassen. Als die aufgeweckte Elisa beispielsweise laut „Iiihhh – Pferdeäpfel!“ ruft, hat der Erste Vorsitzende und Trainer, Thomas Wamser, direkt die passende Antwort parat: „Die gibt es aber nur, wenn wir den Pferden morgens Äpfel füttern. Wenn wir ihnen Karotten geben, gibt’s Pferdekarotten!“

Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe lernt den Pferdelernkoffer kennen und malt Arbeitsblätter aus. Die andere Gruppe macht derweil die zwei Ponys zum Reiten bereit. Dazu gehört auch, die Hufe auszukratzen und das Tier zu striegeln. Während die Mädchen bereits Feuer und Flamme sind, halten die Jungs einen Sicherheitsabstand zu den Pferden ein und beobachten erstmal vorsichtig die Lage. Das legt sich aber spätestens dann, als es ans Reiten geht. Selbst der kleine Vincent, der zunächst noch verkündete, er würde nicht reiten, saß stolz im Sattel und ließ sich von Jugendwartin Stella Verbis führen. Viel zu schnell ist der Vormittag vorbei. Zum Abschluss kriegen die Kinder noch eine Urkunde mit ihrem Namen und von der „Vorlese-Oma“ gebackene Kekse in Pferdeform und als Namensplätzchen.

Lange Überlegen, ob sie ihre Vorschulkinder zum Reiterhof schicken, mussten die Verantwortlichen nicht. „Ist immer schön, wenn man so was angeboten bekommt, das nehmen wir dankend an.“, sagt Erzieherin Sabrina Volz. Ihre Kollegin Jully Sotero ist als Kind mit Opas Pferd geritten. In zwei Wochen kommen beide mit den übrigen Vorschulkindern. Dann stellt sich heraus, ob auch sie ihr Glück auf dem Pferderücken finden.

 

Deutschlandweites Projekt: Pferdetag für Kindergärten

Das Pferdeprojekt für Kindergärten ist ein Lernprogramm, das speziell für Vorschulkinder ausgearbeitet wurde und deutschlandweit vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, dem Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, empfohlen und gefördert wird. Ziel ist die Entwicklungsförderung der Kinder, denn im Umgang mit Pferden erlernen sie nicht nur Führungsqualitäten und Verantwortungsbewusstsein – es muss sich um das Tier gekümmert und mit ihm interagiert werden – sondern auch ein besseres Selbstbewusstsein. Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenz können so gesteigert werden. Der Reit- und Fahrverein Karben möchte zusätzlich den Kindern die Möglichkeit geben, wenigstens ein- oder zweimal im Leben einen Umgang mit Pferden gehabt zu haben. Die Anfrage nach einem Reitschulplatz sei seit 1. Mai enorm, die Reitanlage habe dafür nicht genügend Kapazitäten. Durch dieses Projekt haben Kinder die Chance, Vertrauen zu den Pferden zu fassen und herauszufinden, ob sie künftig reiten möchten.

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